Social Freezing Erfahrungen Andrea

Andreas Erfahrungsbericht: Mädels, sorgt vor!

Andrea (40) aus Hamburg ist seit zwei Jahren in einem Kinderwunschzentrum in Behandlung und hat bereits vier Follikelpunktionen hinter sich. Im Gespräch mit OVIAVO erzählt sie von ihren Erfahrungen und warum es sinnvoll ist, sich frühzeitig mit dem Thema Fruchtbarkeit und Social Freezing auseinander zu setzen.    

Andrea, du bist mittlerweile seit etwas mehr als zwei Jahren in Kinderwunschbehandlung. Wie kam es dazu?

Der Entscheidung, mich an ein Kinderwunschzentrum zu wenden, gehen tatsächlich einige Jahre voraus, in denen ich mich sehr wenig mit dem Thema Kinderwunsch und Fruchtbarkeit auseinandergesetzt habe. Meine Gynäkologin hatte mir mit Anfang und Mitte 30 bei meinem halbjährlichen Check-Up immer wieder gesagt “Denken Sie daran, frieren Sie ihre Eizellen ein, wenn sie gerade keinen Partner haben und später Kinder wollen”. Fast bei jedem Termin hat sie mich damals darauf hingewiesen, aber zu dem Zeitpunkt habe ich weder konkret über meinen Kinderwunsch nachgedacht, noch dachte ich, dass es ein Problem werden könnte. Ich dachte einfach immer “Ich hab’ ja Zeit.”.

Dementsprechend hatte ich damals auch keine Untersuchungen gemacht, um meine Eizellreserve zu checken, was ein Fehler war. Damals war ich nämlich – wie sich später rausgestellt hat – schon in der beginnenden Menopause. 

Wann hast du bemerkt, dass es Schwierigkeiten mit deiner Fruchtbarkeit gibt?

Mit ungefähr 37 oder 38 Jahren habe ich dann die entsprechenden Tests gemacht und da wurde mir dann bewusst, dass meine Hormonwerte schon ziemlich schlecht waren und mein AMH-Wert gegen Null ging. Hätte ich die Untersuchungen also schon Anfang 30 gemacht, oder eben zu der Zeit, zu der meine Frauenärztin mir dazu geraten hatte, hätte ich das alles schon eher gewusst und auch entsprechend reagiert und meine Eizellen eingefroren.

Hast du eine Idee, weshalb du damals trotz der Hinweise deiner Ärztin deine Hormonwerte nicht hast checken lassen?

Ich denke, die Tatsache, dass man für die Fruchtbarkeits-Untersuchungen in ein Kinderwunschzentrum gehen sollte und die Tests nicht bei meiner Ärztin durchgeführt werden konnten, war für mich in gewisser Weise eine Hemmschwelle. 

Ich dachte irgendwie “Kinderwunschzentrum, das klingt gleich so nach krank oder letzte Chance.”  Gerade wenn man Single ist denkt man, dass das eher nur etwas für Paare sei. Mich hat das abgeschreckt und ich habe mich daher nicht frühzeitig beraten lassen. Als ich dann an den Punkt kam, dass ich dachte “ok – ich habe einen Kinderwunsch, ich möchte das Thema angehen” – war der Zug mehr oder minder abgefahren. Zu diesem Zeitpunkt war dann schon die Frage, ob man bei mir überhaupt noch eine Eizelle zum Einfrieren oder zur Befruchtung gewinnen kann.

Die Tatsache, dass die entsprechenden Untersuchungen nicht beim Gynäkologen, sondern nur im Kinderwunschzentrum durchgeführt werden, sehe ich definitiv als Hürde, das Thema überhaupt anzugehen. 

Wo hast du dich damals informiert über die Möglichkeiten, die du bezüglich deiner Fruchtbarkeit hast?

Ich habe damals damit angefangen, sämtliche Kinderwunschzentren in meiner Stadt abzutelefonieren. Die meisten hatten erst in drei bis vier Monaten einen Termin für mich frei. Wenn man aber weiß, der eigene AMH-Wert sinkt immer weiter, will man nicht auf vier Monate Wartezeit vertröstet werden. Ich hatte einfach das Gefühl, mir rinnt die Zeit durch die Finger. 

Mein erster Termin im Kinderwunschzentrum war dann leider auch ein ziemlicher Flop. Ich hatte den Eindruck die behandelnde Ärztin war total kühl und ich habe mich dort sehr unwohl gefühlt. Da hieß es dann also nochmal eine neue Klinik suchen, einen neuen Termin ausmachen und so weiter. Erst die dritte Klinik, die ich besucht habe, war dann ein Treffer. Dort habe ich eine Ärztin gefunden, die auch mit meinem etwas spezielleren Fall arbeiten wollte. 

Damals wurde mir dann auch erstmal bewusst, dass die Nachfrage an Behandlungen in Kinderwunschzentren riesig sein muss. Sonst hätte man ja keine viermonatige Wartezeit. Im Vergleich dazu wurde und wird bis dato öffentlich einfach viel zu wenig über das ganze Thema gesprochen und es erfordert sehr viel eigene Recherche, um überhaupt an Informationen zu kommen.

Wie bist du mit dem Thema in deinem Umfeld umgegangen? Mit wem hast du darüber gesprochen?

An meinem Arbeitsplatz habe ich mit einer Kollegin darüber gesprochen, weil sie selbst bereits mit Mitte 20 die Erfahrung gemacht hat, dass sie Probleme hat schwanger zu werden. Da hat es einfach geholfen sich untereinander auszutauschen. Ansonsten habe ich natürlich mit meinen Freundinnen darüber gesprochen. Aber die können es nicht wirklich nachvollziehen, weil sie das Problem selbst nicht haben. 

Hattest du anderweitig die Möglichkeit, dich mit Frauen auszutauschen, die in einer ähnlichen Situation sind?

Ich habe im Internet in verschiedene Foren reingeschaut, aber dort wurde das Thema doch immer sehr emotional gehandhabt und ich wollte einfach gerne, dass man sachlich darüber spricht: Dass man Informationen über Chancen, Hilfsmittel, Kinderwunschzentren etc. bekommt. 

Social Freezing Erfahrungen Andrea

Andrea ist 40 Jahre alt, kommt aus Hamburg und ist als IT-Beraterin und Projektmanagerin für ERP Software tätig.

Wenn du nach deinen Erfahrungen der letzten Jahre eine Message an andere Frauen hast, was wäre das für eine?

Ich würde auf jeden Fall sagen: Mädels, wenn ihr merkt, dass es Probleme mit der Fruchtbarkeit gibt, dann ist es erstmal kein Drama. Aber ihr solltet einfach vorsorgen. Macht zumindest Anfang 30 einen Test, zahlt diese 50 bis 100€ für die Bestimmung eures AMH-Werts, damit ihr auf der sicheren Seite seid. Das Ganze zu spät anzugehen, macht wirklich keinen Spaß und ist sehr anstrengend. Gerade wenn man weiß, dass man keinen Partner hat oder aus anderen Gründen in den kommenden Jahren keine Kinder bekommen wird. 

Wir schließen für alles mögliche Versicherungen ab, zahlen ein Heidengeld um uns abzusichern für Ereignisse, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nie eintreten. Wieso kümmert ihr euch also nicht auch um eure Eizellen, wenn ihr wisst, ihr wollt später Kinder. Behaltet das Thema frühzeitig im Auge! Ich habe im Laufe der Zeit die Erfahrung gemacht, dass das Ganze wirklich viele Frauen betrifft und dass viele sich erst zu spät darum kümmern.

Deswegen: Informiert euch, holt euch Unterstützung und sorgt vor!

Wenn du dich für das Thema Social Freezing interessierst und gerne mehr Informationen dazu erhalten möchtest, vereinbare gerne hier einen kostenlosen Beratungstermin mit deiner OVIAVO-Expertin.