Wusstest du?

Die Eizelle ist die größte Zelle im Körper einer Frau. Warum wissen wir dann so wenig darüber?

Die meisten Zellen sind mit bloßem Auge gar nicht sichtbar, sondern können nur mit Hilfe eines Mikroskops betrachtet werden. Die menschliche Eizelle ist eine Ausnahme, sie ist tatsächlich die größte Zelle im Körper und kann ohne Mikroskop gesehen werden. 

Im Vergleich zu den anderen menschlichen Zellen sind Eizellen fast “riesig”. Sie haben einen Durchmesser von 100 Mikrometern (das ist ein Millionstel Meter) und sind ungefähr so ​​breit wie eine Haarsträhne. 

Die Lebensdauer der Eizelle nach dem Eisprung ist hingegen eher gering. Sobald der Eisprung stattgefunden hat, beginnt sich das Zellmaterial der freigesetzten Eizelle sehr schnell zu verschlechtern und das fruchtbare Fenster beginnt sich zu schließen. Nach 12-24 Stunden stirbt die Eizelle ab und eine Schwangerschaft ist dann erst wieder im nächsten Zyklus möglich.

Aus diesem Grund ist die beste Empfängniszeit der Tag vor dem Eisprung. Im Vergleich zu Eizellen sind Spermien nach ihrer Freisetzung widerstandsfähiger und können im weiblichen Fortpflanzungstrakt bis zu fünf Tage überleben! Das Überleben der Spermien hängt von den richtigen Bedingungen ab, beispielsweise von der Konsistenz des Zervixschleims. 

Wie viele Eizellen hat eine Frau?  

Eine Frau wird mit allen Ihren Eizellen geboren. In beiden Eierstöcken eines Neugeborenen Mädchens befinden sich etwa 1-2 Millionen unreife Eizellen. Sie bleiben vorerst bis zur Pubertät inaktiv. Einige sterben schon bevor sie sich entwickeln. Zum Zeitpunkt der ersten Menstruation bleibt einer Frau weniger als die Hälfte der Anzahl an Eizellen, die sie bei der Geburt hatte. Vom Beginn der Menstruation bis zur Menopause verliert eine Frau pro Zyklus ungefähr 1000 Eizellen. In diesem Zeitraum durchläuft eine Frau ca. 300-400 Menstruationszyklen. Das bedeutet auch, dass ungefähr die gleiche Anzahl an Eizellen in dieser Zeit heranreift und befruchtet werden kann. 

Pro Zyklus reift in der Regel nur eine Eizelle heran. Diesen Reifeprozess nennt man Ovulation oder auch Eisprung. In einigen Fällen können auch mehr als eine Eizelle zum Eisprung heranreifen, was dann zu einer Mehrlingsschwangerschaft führen kann. Eineiige Zwillinge entstehen, wenn sich die befruchtete Eizelle in zwei Teile teilt und sind im Gegensatz zu zweieiigen Zwillingen genetisch gleich.

Im Laufe der Jahre verliert eine Frau also Ihre Eizellreserve, weil keine neuen Eizellen mehr produziert werden. Anders als bei Männern, deren Körper täglich etwa 1 Millionen Spermien produziert.

Doch was ist mit der Qualität der Eizellen?

Auch was die Qualität betrifft, hat das männliche Spermium im Vergleich zur weiblichen Eizelle einen Vorteil. Spermien können im Laufe des Lebens zwar an Qualität verlieren, z. B. wegen einer schlechten Ernährung, Alkohol- oder Nikotinkonsum, sie können sich aber wieder regenerieren, sobald man den Lebensstil wieder ändert. Eine weibliche Eizelle kann das nicht. Natürlich nimmt die Fruchtbarkeit bei Männern mit zunehmendem Alter auch langsam ab – nur eben etwas später als bei der Frau. Weniger Spermien werden gebildet und die zeugungsfähig lässt entsprechend nach.

Eine Frau verliert im Laufe der Zeit also nicht nur an Quantität von Eizellen, sondern auch an Qualität. Statistiken zeigen, dass ab dem 35 Lebensjahr die Qualität der Eizellen deutlich sinkt und sich die Fehlgeburtenrate und die Wahrscheinlichkeit auf Chromosomenschäden erhöhen.

Was hat das alles zu bedeuten?

Erstmal sollte man nicht in Panik verfallen. Natürlich darf man dieses Problem nicht ignorieren, aber man sollte sich selbst keinen Druck machen. Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten den Kinderwunsch auch zu einem späteren Zeitpunkt verfolgen zu können. Das wichtigste ist, dass man sich der Statistiken und auch seiner eigenen Situation bzw. Lebensplanung bewusst ist. Denn dann kann man frühzeitig für zukünftige Herausforderungen planen.

Wenn du Fragen zum Thema Social Freezing hast, kannst du dich gern an uns wenden.  

Quelle:

Franck Pellestor, Brigitte Andréo, Françoie Arnal, Claude Humeau, Jacques Demaille (2003) : Maternal Aging and Chromosomal Abnormalities: New Data Drawn From in Vitro Unfertilized Human Oocytes. – Abgerufen am 11. Juni, 2020, von https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12522562/