Der Prozess zum Einfrieren von Eizellen besteht aus 4 Phasen:

1. Zyklus-Diagnostik und Hormonmessung mit einem Arzt

Der Prozess startet in der Regel mit der Auswahl eines Kinderwunschzentrums. Sobald dieses gefunden ist, beginnt der erste Schritt. Hier werden diagnostische Tests durchgeführt, um mehr über deine individuelle Situation und die Reaktion deines Körpers auf Fruchtbarkeitsmedikamente zu erfahren.

Dieser Schritt kann oft länger dauern, als es die Patientinnen wünschen, da einige Tests an ganz bestimmten Tagen des Menstruationszyklus durchgeführt werden müssen, andere liefern nur dann zielführende Ergebnisse, wenn keine hormonelle Empfängnisverhütung genutzt wird. Grundsätzlich geht es in dieser Phase darum zu verstehen, wie viele Eizellen du unter Einnahme von Hormonen produzieren kannst, damit diese anschließend entnommen und eingefroren werden können.

2. Hormonelle Stimulation zur erhöhten Eizellenproduktion

Sobald dies erledigt ist, wird deine Kinderwunschärztin einen entsprechenden Zyklusplan mit dir erarbeiten, der sowohl die Dauer als auch Dosierung der Medikamente beinhaltet. Der Start hängt letztendlich davon ab, wann du deine Periode bekommst.

Diese Phase umfasst auch die Bestellung der Medikamente. Es mag einfach klingen, aber die Bestellung von Fruchtbarkeitsmedikamenten ist nicht nur der übliche Gang in die Apotheke – du musst dies wahrscheinlich im Voraus mit etwas zeitlichem Puffer bestellen, eventuell auch außerhalb Deutschlands. Nicht selten kann ein Zyklus nicht gestartet werden, weil ein Medikament nicht rechtzeitig angekommen ist.

Sobald alle Medikamente vorhanden sind, kannst du mit Beginn des neuen Zyklus mit den täglichen Hormonspritzen beginnen. Diese helfen deinem Körper dabei, eine größere Anzahl von Eizellen heranreifen zu lassen. Obwohl Frauen immer mehrere Follikel an ihren Eierstöcken haben, wird im Normalfall nur einer zur Reifung ausgewählt und in einem bestimmten Monat freigesetzt. Die Aufgabe der Fruchtbarkeitsmedikamente ist es, dass alle Follikel an deinen Eierstöcken reife Eizellen produzieren. 

In einem Zeitfenster von circa zwei Wochen wirst du dir wahrscheinlich jeden Tag Hormone spritzen – diese Phase kann ziemlich entmutigend sein, so dass es nicht selten vor kommt, dass Frauen sich dafür Hilfe von Freunden oder Familienmitgliedern holen.

Deine Kinderwunschärztin wird in dieser Zeit auch regelmäßig Ultraschalluntersuchungen und Blutentnahmen durchführen, um den Wachstumsgrad der Eizellen und deinen Hormonspiegel zu überprüfen. Basierend darauf kann sich die Dosierung der Medikamente nochmal ändern. Auch der Zeitpunkt der Operation zur Eizellen-Entnahme wird hierüber bestimmt.

Wenn die Follikel an den Eierstöcken groß genug sind, wirst du angewiesen, einen sogenannten „Trigger-Shot“ zu machen. Diese Spritze muss zu einem ganz bestimmten  Zeitpunkt verabreicht werden (in der Regel 36 Stunden vor der geplanten Operation).

3. Chirurgische Entnahme der Eizellen

Fast genau 36 Stunden später startet dann der dritte Schritt im Kinderwunschzentrum: die chirurgische Entnahme der Eizellen- auch genannt Follikelpunktion. Die meisten Praxen verwenden eine Vollnarkose für diesen kurzen Eingriff, der ungefähr 15 bis 30 Minuten dauert. Die Ärztin verwendet eine Nadel, die vaginal eingeführt wird, um die Follikel an den Eierstöcken zu punktieren und die Flüssigkeit abzusaugen. Die Hoffnung ist, dass jeder Follikel eine reife Eizelle enthält.

Die Operation wird ambulant durchgeführt, sodass du nach Abschluss der Operation relativ schnell nach Hause gehen kannst. Die durchschnittliche Genesung beträgt weniger als 24 Stunden, so dass die meisten Frauen am nächsten Tag wieder arbeiten gehen können. Da der Eingriff in einer kurzen Vollnarkose durchgeführt wurde, muss du zu deiner Sicherheit nach dem Eingriff von jemandem abgeholt werden und darfst 24 Stunden nicht alleine sein.

4. Einfrieren und lagern der Eizellen (Kryokonservierung)

Der vierte Schritt ist das Einfrieren der entnommenen Eizellen. Im Operationssaal leitet die Ärztin die aus den Follikeln extrahierte Flüssigkeit an einen Biologen weiter, der diese untersucht, um festzustellen, ob es reife Eizellen gibt. Alle reifen Eizellen werden kryokonserviert, also eingefroren. Dies wird vorwiegend durch ein schnelles Gefrierverfahren namens Vitrifikation erreicht. Die Eizellen werden dann vom Kinderwunschzentrum bis zu dem Zeitpunkt aufbewahrt, an dem sie möglicherweise verwendet werden sollen.

Weiter zu den Kosten

OVIAVO

Wie genau dein persönlicher Social Freezing Plan aussehen könnte, kannst du hier herausfinden.