OFT GESTELLTE FRAGEN

Hier findest du alle Antworten rund um das Einfrieren von Eizellen.

Allgemeine Informationen

Wie lange gibt es das Verfahren zum Einfrieren von Eizellen schon?

Das Verfahren der Kryokonservierung gibt es schon viele Jahre. Jedoch wurde es ursprünglich bei Krebspatientinnen angewendet. Ziel hierbei ist es, Eizellen vor eine Chemotherapie einzufrieren, um nach erfolgreicher Behandlung der Krebserkrankung einen eigenen Kinderwunsch erfüllen zu können.(“Medical Freezing”).

Seit 2012 wurde die Kryokonservierung (also des Einfrierens und der Lagerung von unbefruchteten Eizellen) durch die American Society of Reproductive Medicine in den USA als nicht-experimentelle Behandlung eingestuft. Dies führte neben einer großen Diskussion zu einer weiteren Verbreitung der Methode, auch in Deutschland. Seither hat die Nachfrage nach dem Einfrieren von Eizellen – auch ohne medizinische Notwendigkeit – stark zugenommen. (“Social Freezing”)

Was sind die Gründe warum sich Frauen für das Einfrieren von Eizellen entscheiden?

Es gibt sehr unterschiedliche Gründe warum Frauen sich zum Einfrieren ihrer Eizellen entscheiden. Als häufigsten Grund geben Frauen die “Angst” vor Unfruchtbarkeit in der Zukunft an. Weitere häufig genannte Gründe sind der Zeitgewinn oder den Druck zu minimieren einen Partner zu finden. Prinzipiell muss man sagen ist die Entscheidung oft multifaktoriell, aber in den seltensten Fälle ist nur die “Karriere” der Grund, wie noch oft in den Medien beschrieben.

Was sind die medizinischen Annahmen und Voraussetzungen der Behandlung?

Mit steigendem Alter der Frau nimmt nicht nur die Anzahl, sondern auch die Qualität der Eizellen ab. Die Gebärmutter bleibt jedoch weiterhin funktionstüchtig und kann unabhängig vom Alter der Frau eine Schwangerschaft austragen. 

Die Schwangerschaftsrate steigt also, wenn man jüngere (kryokonservierte) Eizellen zur Befruchtung verwendet, als dies mit älteren Eizellen hätte erwartet werden können.

Wann ist das beste Alter zum Einfrieren von Eizellen?

Aus rein mathematischer Sicht wäre das beste Alter schon mit Anfang 20. Je jünger die Eizellen sind, desto besser die Qualität und dementsprechend hoch die Wahrscheinlichkeit, dass man mit den eingefrorenen Eizellen eine erfolgreiche Schwangerschaft erreicht.

Mit jedem Jahr das man wartet, verringert sich die Qualität der Eizellen und somit die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Schwangerschaft. Aber die meisten Frauen merken erst später, wie ihre Lebensplanung sich entwickelt. Dazu kommt, dass man sich nicht einer unnötigen Behandlung unterziehen braucht, wenn man eh plant vor 30 schwanger zu werden. 

Die optimale Zeitspanne ist daher zwischen Ende 20 und Anfang 30. Definitiv aber vor 35 Jahren, da statistisch die Anzahl und Qualität der Eizellen danach stark abfallen.

Natürlich ist es auch möglich seine Eizellen nach 35 Jahren einzufrieren. Die Herausforderung ist, dass dann in der Regel weniger Eizellen vorhanden sind, aber gleichzeitig mehr Eizellen benötigt werden, um eine ausreichende Wahrscheinlichkeit zu erlangen davon auch schwanger zu werden.

Ab wann ist eine Social Freezing Behandlung “zu spät”?

Wie bereits in der vorigen Antwort erklärt, wird es mit höherem Alter einfach schwieriger ausreichend gute Eizellen zu gewinnen. Aus medizinischer Sicht haben wir die Aufgabe, Frauen ehrlich und sinnvoll zu beraten. Wenn man zum Beispiel 40 Jahre alt ist und noch 2 Kinder möchte, dann ist Social Freezing wahrscheinlich nicht die beste Option, sondern man sollte in Erwägung ziehen direkt schwanger zu werden. Aber auch in diesem Fall macht es absolut Sinn mit einem Kinderwunscharzt zu sprechen und sich seine Optionen aufzeigen zu lassen.

Bis wann kann ich eine eingefrorenen Eizellen für eine mögliche spätere Befruchtung nutzen?

Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben, bis zu welchem Alter die eingefrorenen Eizellen verwendet werden dürfen. Allerdings haben sich Reproduktionsmediziner auf eine Altersobergrenze von ca. 45-50 Jahren geeinigt. Zwar spielt vor allem das Alter der Eizellen eine erhebliche Rolle für eine erfolgreiche Schwangerschaft, jedoch nehmen mit zunehmendem Alter der Frau auch verschiedene Schwangerschaftsrisiken zu.  

Warum sollte man mehrere Eizellen einfrieren, wenn doch eine Eizelle genügt, um ein Baby zu zeugen?

Um dies zu beantworten, muss man sich dem komplexen Thema der  “Künstlichen Befruchtung” widmen. Es gibt viele Hürden, die eine Eizelle überwinden muss, um ein gesundes Baby zu werden, und bei der künstlichen Befruchtung tritt an jedem Punkt des Prozesses in der Regel ein erheblicher Verlust auf.

Bis heute gibt es keine Möglichkeit, Eizellen vorab auf ihre Qualität zu testen. Wenn sie verwendet werden sollen, müssen die Eizellen das Auftauen überstehen, erfolgreich mit Sperma befruchtet und über einen Zeitraum von mehreren Tagen im Labor zu Embryonen kultiviert werden. Diese Embryonen müssen sich gut entwickeln und genetisch normal sein, wenn sie eine Chance auf eine lebensfähige Schwangerschaft haben sollen. Am Ende müssen diese Embryonen zurück in die Gebärmutter gesetzt, erfolgreich implantiert, eine gesunde Schwangerschaft fortgesetzt werden und schließlich zu einer Lebendgeburt führen.

Wenn man die Anzahl der Schritte kennt, versteht man auch, wie schnell Eizellen in diesem Prozess verloren gehen können. Daher ist es wichtig, möglichst viele Eier zu erhalten und einzufrieren. In der Regel führen die meisten Patientinnen mehr als einen Zyklus durch, um genügend Eizellen zu erhalten und sich entsprechend mit dem Ergebnis wohl zu fühlen.

Habe ich nach einer hormonellen Stimulation meiner Eierstöcke weniger Eizellen?

Ja, aber nicht weniger als man nach einem normalen Zyklus ohne Stimulation auch gehabt hätte. Während jedem Zyklus  stellt der Körper mehrere Follikel “bereit”, sorgt aber dafür, dass am Ende nur ein Follikel heranreift, der die Eizelle enthält, die befruchtet werden kann. Die restlichen “bereitgestellten” Follikel verkümmern. Wenn man jetzt hormonell stimuliert, sorgt man dafür, dass alle “bereitgestellten” Follikeln heranreifen, die befruchtungsfähige Eizellen enthalten. So kann man in einem Zyklus mehrere Eizellen gewinnen, die eingefroren werden können ohne vermehrt Eizellen zu verlieren, als das natürlich ohnehin passieren würde.

Wie hoch sind die Erfolgsraten?

Die Erfolgsrate ist gegenwärtig schwer zu beziffern. Die Erfolgsrate steigt je jünger die eingefrorene Eizelle bei der Entnahme ist. Aktuelle Studien zeigen, dass z.B. eine Frau, die mit ≤ 35 Jahren 20 Eizellen einfriert eine ca. 90%-ige Wahrscheinlichkeit hat ein gesundes Kind zu bekommen. Bei einer Frau mit 38 Jahren liegt die Wahrscheinlichkeit bei 20 eingefrorenen Eizellen dagegen nur noch bei ca. 70%.

Hier findest du einen Link  (auf englisch) zu einem Rechner der dir beispielhaft die Wahrscheinlichkeit für eine gesundes Kind abhängig von deinem Alter und Anzahl der eingefrorenen Eizellen berechnet.

Hat das Einfrieren der Eizellen Auswirkungen auf den Embryo?

Prinzipiell muss man sagen, dass eine künstliche Befruchtung mit einer leicht erhöhten Fehlbildungsrate im Vergleich zu natürlich entstandenen Schwangerschaften einhergeht. Es gibt Studien die eine Fehlbildungsrate bei eingefrorenen Eizellen von 1,5-2% beschreiben, dies ist aber vergleichbar zu einer Schwangerschaft nach künstlicher Befruchtung mit frischen Eizellen.

Während der Behandlung

Wie nehme ich die Hormone zu mir?

Die Hormone kommen entweder in Form einer Spritze oder eines “Hormonpens” (eine Art Kugelschreiber mit einer Nadel vorn), die direkt in die Fettschicht des Bauches oder Oberschenkel gespritzt werden. Im Kinderwunschzentrum wird genau erklärt, wie man die Spritzen anwendet. Es kostet am Anfang etwas Überwindung, tut aber kaum weh. Bei Bedarf kann man sich hierfür auch einen Termin im Kinderwunschzentrum machen und dort die Spritzen gesetzt bekommen. Eine beispielhafte Anleitung findest du hier.

Gibt es Nebenwirkungen der Hormonbehandlung?

Hier reagiert jede Frau unterschiedlich. Manche Frauen spüren überhaupt keine Veränderung, manche klagen über Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen, Spannungsgefühle im Bauch, Kopfschmerzen oder auch Müdigkeit. Auch eine leichte Gewichtszunahme kann auftreten, die jedoch nach der Behandlung relativ schnell wieder zurückgeht. Die meisten Patientinnen beschreiben aber zumindest das Gefühl von geschwollenen oder “vollen” Eierstöcken.

Muss ich mich während oder nach der Behandlung einschränken?

Grundsätzlich wird ein gesunder Lebensstil während der Behandlung empfohlen. Das bedeutet möglichst kein Alkohol und kein Nikotin, dafür aber eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Auch Extremsport wird aufgrund der Belastung der Eierstöcke nicht empfohlen. Geschlechtsverkehr kannst du so lange haben, wie es sich für dich angenehm anfühlt. Ansonsten gibt es so gut wie keine Einschränkungen. 

Nach der Behandlung benötigt man in der Regel einen Tag Ruhe und sollte sich auch ein paar Tage danach noch schonen. Aufgrund des Eingriffs wirst du auch noch ein paar Tage danach eine leichtes Ziehen im Unterbauch spüren, von daher sollte in der Anfangszeit auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden. Dein Körper wird dir am besten sagen, was er leisten kann und was nicht.

Wie funktioniert die Entnahme der Eizellen und ist es schmerzhaft?

Die sogenannte Follikelpunktion (Eizellentnahme) erfolgt in der Regel in einer kurzen Vollnarkose, d.h. du schläfst und bekommst davon nichts mit und hast keine Schmerzen. Unter Ultraschallkontrolle wird über die Vagina eine lange Nadel eingeführt und die Eierstöcke punktiert und so die Eizellen vorsichtig aus den Follikeln abgesaugt und gesammelt. Direkt nach der Entnahme werden die Eizellen für die Lagerung vorbereitet und eingefroren. Der Eingriff dauert ca. 15-20 Minuten.

Finanzielle Fragen

Trägt meine Versicherung Kosten für das Einfrieren von Eizellen?

Da es sich um eine nicht-medizinisch notwendige Behandlung (Social Freezing) handelt, tragen die Krankenkassen die Kosten der Behandlung nicht.

Bis vor kurzem galt dies auch für das Medical Freezing. Erfreulicherweise wurde am 14.03.2019 ein neuer Gesetzentwurf durch den Bundestag verabschiedet, der die Behandlung aus medizinischer Notwendigkeit als Leistungsanspruch für Patientinnen anerkennt.

Gibt es Möglichkeiten zur Finanzierung der Social Freezing Behandlung?

OVIAVO berät Patientinnen vollumfänglich und unterstützt auch bei der Suche nach passenden Finanzierungsmöglichkeiten. Sprich uns dazu einfach an.

Du hast immer noch Fragen?

Kein Problem – sprich direkt mit unserer Expertin.

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Dr. med. Janina Betzler
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
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